Schon eine Stunde bevor im Casino Travemünde die erste Kugel im Roulette läuft, beginnen die Vorbereitungen für das „große Spiel“. Neben Roulette können die Spielefans hier auch Black Jack und Poker spielen. Also werden Jetons gezählt und Karten sortiert bis um 17 Uhr das Spiel beginnen kann und die ersten Spieler sich um die Roulettetische versammeln.
Das Ambiente ist edel: holzvertäfelte Wände, große Spiegel. Auch wenn Abendgarberobe hier längst nicht mehr zur Pflichtausstattung gehört, ganz ohne Regeln geht es doch nicht: Während man zum Automatenspiel so kommen kann, wie man ist, werden beim „großen Spiel“ zumindest lange Hosen, Hemd und Jacket erwartet – an heißen Tagen darf man das Jacket aber auch weglassen.
Und weil die Temperaturen an diesem Tag deutlich über 25 Grad liegen, machen nicht wenige der Herren, die sich um das Roulette versammelt haben, davon Gebrauch. Spielen kann man hier schon für einen Mindesteinsatz von 2 Euro – und tatsächlich sind es diese kleinsten Jetons, mit denen die meisten Spieler ihre Einsätze machen.
„Der größte Einzel-Jeton im Wert von 5.000 Euro kommt eher selten zum Einsatz“, sagt Croupier Christoph Gehl, der heute nicht am Roulette-Tisch steht, sondern beim Black Jack auf Kundschaft wartet.
Seine Karten hat er sortiert – jetzt liegen sie in vier Reihen vor ihm - das Spiel kann praktisch beginnen. Da sich die Spieler heute aber eher fürs Roulette interessieren, hat er noch ein bisschen Zeit zu plaudern.
Das Casino Travemünde gehört zur Spielbanken SH Gruppe mit Casinos in Kiel, Flensburg, Schenefeld und Westerland (Foto: LFM)
Als er das erste Mal ein Casino betrat, erzählt er, stand er noch auf der anderen Seite – er kam zum Spielen ins Casino. Irgendwann entschied er sich aber die Seite zu wechseln, „weil man da weiß, was man am Ende des Monats hat.“ Nach einer Ausbildung zum Black Jack- und Poker-Dealer darf er sich nach dem Bestehen einer Zusatzausbildung auch Croupier nennen.
„Die Bank gewinnt immer“, heißt ein weit verbreitetes Sprichwort. Zwar stimme es, dass die Bank beim Roulette einen statistischen Vorteil von drei Prozent habe, sagt Christoph Gehl, doch seiner Meinung nach ist Roulette trotzdem das fairste Glücksspiel, dass es gibt. Denn bei allen anderen Spielen – etwa beim wöchentlichen Lotto – sei die Bankquote deutlich höher.
Außerdem ist Gehl als Croupier darauf angewiesen, dass seine Gäste gewinnen, denn er und seine Kollegen werden ausschließlich von den Trinkgeldern bezahlt, die die Gäste den Spielleitern geben. Alle, die beim Roulette etwas gewinnen, sind angehalten, mindestens drei Prozent ihres Gewinns für die Croupiers des Casinos zu geben. Je nachdem, wie viel gewonnen wird, fallen die Gehälter der Spielleiter im Casino also von Monat zu Monat unterschiedlich aus. Für Croupier Gehl ist das der beste Beweis, dass im Casino Travemünde tatsächlich Gewinner gemacht werden.
Noch mehr überraschende Eindrücke aus dem Casino Travemünde hören Sie im dritten Teil unserer Reportageserie.
LFM Reportageserie Folge 3 - Ein Abend im Casino Travemünde
Noch mehr Infos rund um das Casino alle Spiele und Sonderveranstaltungen finden Sie auch im Internet unter casino-sh.de
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